Hier möchte ich noch einmal ausführlich auf das Thema Westie - Pflege und Trimmen eingehen:

Punkt 1…... das Kämmen:

 

Das Fell des Westies muss regelmäßig gekämmt werden, um die überschüssige Unterwolle zu entfernen und Knötchenbildung entgegenzuwirken.

Sie sollten für die Pflege Ihres Westies täglich 10-15 Minuten in ihren Tagesablauf einplanen, dafür sollten sie ihn auf einem Tisch oder speziellen Trimmtisch platzieren, ihn dann mit einer hierfür geeigneten Bürste (sollten sie bei ihrem Züchter erfragen) und anschließend mit einem Kamm gut durchkämmen.

Dieses ist vor allem in den längeren Fellpartien, in den Achselhöhlen und unter dem Bauch wichtig, um Fell Verfilzungen vorzubeugen.

Im Anschluss sollten Sie die Zähne auf Zahnbelag, die Pfoten auf Länge der Krallen und Fell Verknotungen zwischen den Ballen mit daraus resultierenden Entzündungen und die Ohren auf Veränderungen kontrollieren.

Dieses Ritual fördert das Vertrauensverhältnis zwischen Ihrem Westie und Ihnen und Sie erkennen frühzeitig eventuelle Hautveränderungen oder Parasiten.

 

Und weiter zum Baden:

 

Häufiges Baden sollten sie vermeiden, da es den natürlichen Säureschutzmantel der Haut zerstört, hierfür sind gute Trockenshampoos deutlich besser geeignet.

Bei starken Verschmutzungen , wenn die Suhle unumgänglich war, reicht auch eine lauwarme Dusche mit klarem Wasser, da das Fell ansonsten seinen natürlichen Selbstreinigungsmechanismus,  sowie den Nässe-, Wärme- und Kälteschutz verliert.

Dies können sie auch im Winter nach dem Spaziergang machen, um Eisklümpchen, Schneereste und Salz oder Streumittel von den Pfoten zu waschen.

Sollte ihr Westie dann doch einmal der Meinung sein, er müsse anders riechen als alle andern und sich mit Aas, Jauche oder sonstigem dieser Geruchskategorie parfümieren…….dann dürfen sie auch zur Shampooflasche greifen….aber bitte nur dann!

Und nun noch das leidige Thema TRIMMEN:

 

Grundsätzlich sei gesagt: DER WESTIE IST EINE TRIMMRASSE, lassen sie sich da nichts anderes erzählen, es entspricht einfach nicht der Wahrheit..

 

Immer wieder sehe und erlebe ich, wie aus schönen Welpen und schönen erwachsenen Westies noch „schönere“ Hunde gemacht werden, wie aus einem  drahtigen, harschen Fell ein kleines Lockenmonster wird und nichts mehr, außer der Farbe, auf einen Westie schließen lässt.

 

Dass von Hundefriseuren bereits bei einem Welpen die Aussage kommt: Der hat kein Trimmfell !!! , obwohl der potentielle Kunde noch die Türklinke in der Hand hat und er den/das Kleine noch nicht in Augenschein nehmen konnte.

Ebenso versuchen sich einige Hundebesitzer selbst als Friseur…… gut so, aber lernen sie es richtig in einer Groomerschule (davon gibt es mehrere in Deutschland), guten Hundefriseuren, die Westies trimmen oder bei ihrem Züchter.

 

Eine Ausnahme gibt es wirklich und dabei handelt es sich um die selten Exemplare ( es sei denn, die Zucht ist dahin ausgerichtet, was laut Rassestandart nicht gewünscht ist) des WOOLIE . Diesem Westie fehlt schlichtweg das harsche Haar. Und nur beim Woolie ist Schermaschine und Schere angebracht, damit das Haar eingekürzt wird. Doch auch hier muss intensiv gebürstet und gekämmt werden.

Wenn Sie sich für einen Westie  entschieden haben, der handgezupft wird, sollten Sie sich, falls sie das Trimmen nicht selbst erlernen wollen, unbedingt einen Hundefriseur suchen, der dies auch so durchführt - denn es macht auf jeden Fall Sinn, dient doch das Trimmen der Gesunderhaltung der Haut ihres Lieblings.

Terrier, wie beispielsweise der West Highland White Terrier, haben ein doppeltes Haarkleid, welche abgestorbene Haare nicht - wie Hunde, die dem Sommer- und Winterfellwechsel unterliegen- von alleine verlieren. Der Westie verfügt über ein doppeltes Haarkleid, welches sich aus weicher und dichter Unterwolle und hartem Deckhaar zusammensetzt.

Die Unterwolle hat einen wärmenden, das Deckhaar einen schützenden Effekt.

Wird das Haar dann lang, wird im nächsten Hundesalon ganz schnell zur Schermaschine gegriffen. Das Trimmen (Zupfen) empfinden die meisten Besitzer als schmerzhaft und es soll auch noch Menschen geben, die es als Quälerei ansehen. Dies ist definitiv falsch, es ist weder das eine noch das andere.

Hunden der Trimmrassen wachsen die Haare nur bis zu einer bestimmten Länge. Danach stirbt das Haar ab, fällt jedoch nicht aus, sondern es verbleibt abgestorben zurück. Dies gilt auch für die Unterwolle .

Die Unterwolle verdichtet sich und lässt nur noch wenig "Luft" an die Haut. Durch die abgestorbenen Haare, die sich nun wie eine Decke auf die Haut legen, haben Bakterien eine wunderbare Grundlage sich zu vermehren. Das Ergebnis sind nicht selten, neben anfänglichem Jucken und Kratzen, ausgewachsene Hautprobleme.

Wird ein solcher Hund also mit der Maschine geschoren, so wird das Haar nur gekürzt, das  aber toten Haare bleibt stehen und neue Haare können nicht nachwachsen .

Nicht nur, dass das von Natur aus harte, schützende und gleichmäßige Fell weich, unstrukturiert, teilweise wellig und vor allem rasseuntypisch wird, auch der schützende Effekt vor Nässe, Wind und anderen Umwelteinflüssen geht verloren.

Trimmen hat rein gar nichts mit Ausstellung und Zucht zu tun, es ist auch kein Schnick-Schnack, oder Kosmetik, sondern dient „nur“ der Gesunderhaltung des Hundes.

Hautprobleme werden einfach zu oft auf Allergie oder andere Hauterkrankungen geschoben, als bei der naheliegendsten Ursache zu beginnen. Selbst wenn ihr Westie bereits mit der Maschine „bearbeitet“ worden ist, kann man auch später noch ganz vorsichtig mit Trimmen beginnen.

Oft erhalten Sie Ihren Welpen schon getrimmt vom Züchter, manchmal ist es auch noch nicht möglich, da der Welpe das Haar noch zu fest hält. Dieser hat die bereits trimmbaren Babyhaare Ihres Hundes entfernt und der Welpe kennt das Prozedere des Trimmens schon von einer ihm vertrauten Person.

Sollte dies nicht der Fall sein, erfragen sie einen Trimmtermin, ihr Züchter wird es sicherlich möglich machen. 

Susanne Thiel & Christa Lippert

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